Woche der internationalen #FreeMaxZirngast-Solidarität!

Von New York über Zürich bis nach Wien: Diesen Mittwoch beginnt die internationale Solidaritätswoche mit dem in der Türkei inhaftierten österreichischen Journalisten und Politikwissenschaftler Max Zirngast. Zirngast wurde am 11. September 2018 in seiner Wohnung in Ankara festgenommen. Seit nunmehr drei Monaten ist er unter prekären Bedingungen in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ankara inhaftiert. Die konkreten Vorwürfe, die Zirngast zu Last gelegt werden, sind weiterhin unter Verschluss. Es deutet alles darauf hin, dass es sich bei seiner Verhaftung um einen weiteren Akt der Repression des türkischen Regimes gegen die demokratischen Kräfte in der Türkei handelt. Die #FreeMaxZirngast-Solidaritätskampagne macht mit dieser Themenwoche nun auf globaler Ebene auf seine Lage aufmerksam.

Den Auftakt bildet am 12. Dezember eine Diskussionsveranstaltung in New York über den politischen Kontext der Causa Max Zirngast, die von den Democratic Socialists of America – der größten sozialistischen Partei in den USA – organisiert wird und in den Räumlichkeiten des renommierten internationalen Wissenschaftsverlags Verso stattfindet. Die Wissenschaftler*innen Daniel Barry, Güney Işıkara und Yasemin Yılmaz sprechen über politische Gefangene in der Türkei und die Auswirkungen der staatlichen Repression auf progressive Politik. Zudem werden die aktuellen Möglichkeiten oppositioneller Stimmen in einem Land ausgelotet, dessen Regierung offenbar alles daransetzt, diese mundtot zu machen. 

In der Schweiz geht es weiter: Im Züricher Koch-Areal findet am Samstag, den 15. Dezember ein Vortragsabend über politische Repression statt. Referent Alp Kayserilioğlu spricht über den Zusammenhang von politischer Repression und der Errichtung der „Neuen Türkei“ unter der Führung von Erdoğans AKP. Referentin Meral Çınar von den feministischen Kampüs Cadıları konzentriert sich in ihrem Vortrag auf die Frauenbewegung in der Türkei. Den Ausklang der Veranstaltung bildet ein Solidaritätsfest mit Live-Musik von KaRaCaN KoMBo und verschiedenen DJ*s.

Nur einen Tag später findet in Wien am Sonntag, den 16. Dezember ab 20 Uhr, eine Diskussions- und Kulturveranstaltung im Schauspielhaus statt: Freund*innen und Begleiter*innen Max Zirngasts, aber auch Autor*innen, Jurist*innen und Politiker*innen werden dabei nicht nur über den Fall Zirngast, sondern auch über die Situation von Journalist*innen und über die politische Situation in der Türkei im Allgemeinen sprechen. Auf dem hochkarätig besetzten Podium sind u.a. die ehemalige Nationalratsabgeordnete und Expertin für internationales Recht Berîvan Aslan, der Präsident des Landesgerichtes Wien Friedrich Forsthuber, der Dramatiker und Autor Thomas Köck, die Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich Rubina Möhring und der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) Fred Turnheim vertreten.

Den Abschluss der Solidaritätswoche bildet am Dienstagabend den 18. Dezember die feierliche Verleihung des Dr. Karl-Renner Solidaritätspreises im Wiener Rathaus. Der Preis geht an Max Zirngast und wird durch die Journalistin und letztjährige Preisträgerin Meşale Tolu Çorlu überreicht. ÖJC-Präsident und Juryvorsitzender Fred Turnheim schreibt: „Wir solidarisieren uns hiermit mit der 1. österreichischen Geisel Erdoğans und fordern die sofortige Freilassung. Journalistische Recherchen über AKP und Kurden sind kein Verbrechen, sondern der Job von Journalisten“.

Das weltweite solidarische Engagement für Max Zirngast ist dabei nicht zuletzt als starkes Signal an die österreichische Diplomatie und Außenpolitik zu verstehen, alles zu unternehmen, um seine unverzügliche Freilassung zu erwirken. Ähnlich gelagerte Fälle – wie der des Welt-Journalisten Deniz Yücel oder des US-amerikanischen Pastors Andrew Brunson – haben unmissverständlich gezeigt, dass nicht durch stille Diplomatie allein, sondern vielmehr durch konstanten und resoluten öffentlichen sowie politischen Druck konkrete Ergebnisse seitens der türkischen Behörden zu erzielen sind.

Dieser Text wurde am 11.12. als  APA-OTS-Presseaussendung veröffentlicht.

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